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Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis Oberhausen

JKO

 

Wer die Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis in den Blick bekommen möchte, tut gut daran, zunächst einmal ihr Umfeld wahrzunehmen. Eine kreiskirchliche Pfarrstelle ist für diesen besonderen Dienst vorgesehen. Zurzeit ist Pfarrer Falk Nerenz mit ihr betraut. Zu erreichen ist er unter der Telefonnummer (0208) 6974923, über die Mail-Adresse oder die Information des Krankenhauses, (0208) 6974000. Angesiedelt ist die Pfarrstelle am Johanniter-Krankenhaus (JKO) im Oberhausener Stadtteil Sterkrade, dem Betriebsteil II des Evangelischen Klinikums Niederrhein mit Hauptsitz in Duisburg. Dieses Haus verfügt speziell über folgende medizinische Fachabteilungen:

 

  • eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit angeschlossener Tagesklinik,

  • eine Abteilung für Nierenheilkunde in Verbindung mit einem Dialysezentrum des Kuratoriums für Heimdialyse,

  • eine große und bedeutende urologische Klinik, sowie

  • eine renommierte Klinik für Lungen- und Bronchialheilkunde.


Mehrere tausend Patienten und Patientinnen finden hier im Laufe eines Jahres Aufnahme, Betreuung und Behandlung. Daneben erstreckt sich der Dienst der Seelsorge auf das Johanniter-Haus, ein Wohn- und Pflegeheim mit einem besonderen Betreuungsangebot für psychisch veränderte alte Menschen und mit der Möglichkeit der beschützenden Unterbringung.

 

Johanniter

 

Die Krankenhausseelsorge findet als Wesensäußerung im Auftrag der Kirche statt. Ihr Fundament leitet sich vom biblischen Zeugnis her:


zum einen gehören nach Jesu Wort Krankenbesuche zum Charakter der christlichen Gemeinde (Matthäusevangelium, Kapitel 25, Vers 36),


zum andern hat der auferstandene Christus selber den Menschen verheißen:
„Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“

(Matthäusevangelium, Kapitel 28, Vers 20).

 

Dieses „Bei-euch-sein“ bezieht sich einerseits auf die Patienten und Patientinnen während und nicht selten auch nach ihrem Krankenhausaufenthalt; andererseits auf die Mitarbeitenden der Pflegeteams, des ärztlichen Dienstes sowie der übrigen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen.

Wenn auch die Frage nach der persönlichen Religionszugehörigkeit im Kontakt mit Patienten und Patientinnen nicht die größte Rolle spielt, so ist doch die Frage nach der Religion unumgänglich. Damit ist die Anfrage nach dem eigenen geistlichen Lebensfundament gemeint, nach dem Sinn des eigenen Lebens, nach dem, „was uns unbedingt angeht“, wie es der Theologe Paul Tillich einmal treffend formuliert hat. Dieser Thematik, die auf den Stationszimmern angesichts der Begrenztheit und Brüchigkeit allen Lebens in besonderer Weise zum Tragen kommt, stellt sich die Krankenhausseelsorge in allen ihren Dimensionen. Sie leistet so Beziehung zu und Begleitung von Menschen in kritischen Lebenssituationen. Sie geschieht durch Gottesdienst und Sakrament, Gespräch und Schweigen, Dasein und Gebet, Hören und Fragen, Klagen und Segnen. Bei der innerbetrieblichen Fortbildung und im Unterricht der Krankenpflegeschule ist die Krankenhausseelsorge für die Auszubildenden, die Pflegeteams und den ärztlichen Dienst greifbar.

 

Draufsicht

 

Daneben sind es ganz unterschiedliche Ereignisse, die zum Bild der Krankenhausseelsorge beitragen: der wöchentliche schriftliche „Sonntagsgruß“, für alle Stationen, ökumenische Segensgottesdienste, Hochzeiten in der Krankenhauskapelle, Trauerfeiern für verstorbene Mitarbeitende, Begleitung des ehrenamtlichen Dienstes der Ökumenischen Krankenhaushilfe („Grüne Damen“), besondere Gottesdienstformate im Laufe des Kirchenjahres um nur einige zu nennen.

So wird das Stichwort der „Begegnung“ zum Kennzeichen der evangelischen Seelsorge im JKO in dem Sinne, wie es der Religionsphilosoph Martin Buber in Worte fasste (dieses Zitat schmückt auch das Büro der Seelsorge):

 

„ALLES WIRKLICHE LEBEN IST BEGEGNUNG“